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Wer ist Europa?
Rat der Europäischen Union
(Ministerrat)
Der Rat ist das zentrale Beschluss- und Lenkungsorgan der EU. Er besteht
aus Ministern der Mitgliedsstaaten, die je nach zu beratendem Inhalt wechseln
(Landwirtschaftsminister, Finanzminister, etc.). Eine herausragende Stellung
hat der Allgemeine Rat, der von den Außenministern besetzt wird.
Die Präsidentschaft des Rates übernimmt jedes Halbjahr ein anderes
Mitglied, momentan ist es Dänemark, im nächsten Frühjahr
Griechenland. Der Rat hat sowohl gesetzgeberische als auch exekutive Funktionen
und nimmt auch koordinierende Aufgaben wahr. Jedes Land hat im Rat eine
Stimme von gleichem Gewicht.
Die Europäische Kommission
Die Kommission ist von den nationalen Regierungen unabhängig. Sie
ist nur dem Europäischen Parlament verantwortlich. Im vergemeinschafteten
Bereich werden Entscheidungen nur auf Vorschlag der Kommission getroffen
(Initiativrecht). Als Hüterin der Verträge" überwacht
die Kommission die Einhaltung und Anwendung des europäischen Rechts.
Sie kann Fristen aussetzen und die Mitgliedsstaaten bestrafen, wenn sie
sich nicht an EU-Recht halten. Die Besetzung der Kommission geschieht
auf Vorschlag der nationalen Regierungen, wobei das Europäische Parlament
seine Zustimmung für den Präsidenten und das Kollegium geben
muss.
Das Europäische Parlament
Seit 1979 werden die Abgeordneten des Europäischen Parlaments in
direkter Wahl aus den Mitgliedsstaaten gewählt. Die Wahlen finden
alle fünf Jahre statt. Das Parlament der EU unterscheidet sich beispielsweise
vom deutschen Bundestag: Es wählt keine Regierung, es hat keine Gesetzgebungsinitiative.
Es wirkt gemeinsam mit dem Rat an der europäischen Gesetzgebung mit.
Das Parlament wird über Gesetzgebungsvorhaben unterrichtet und angehört.Es
darf in etlichen Bereichen mitentscheiden und muss bei anderen Verfahren
zustimmen. Das Europäische Parlament stimmt auch über den EU-Haushalt
ab, der von der Kommission vorgeschlagen und dem Rat verabschiedet wird.
Mit 2/3 der abgegebenen Stimmen und der Mehrheit der im Parlament vertretenen
Abgeordneten kann das Parlament den Budgetentwurf scheitern lassen. Das
Parlament kann auch die Europäische Kommission mit einem Misstrauensantrag
zum Rücktritt zwingen.
Der Europäische Rat
Beim Europäischen Rat handelt es sich um ein institutionalisiertes
Gipfeltreffen: Jedes halbe Jahr - zum Abschluss einer jeden Präsidentschaft
im Rat der EU - treffen sich die 15 Regierungschefs, 15 Außenminister
und ein Vertreter der Kommission. Laut EU-Vertrag gibt der Europäische
Rat die großen Richtlinien der EU vor. Er entscheidet über
institutionelle Reformen und Vertragsänderungen und treibt dadurch
die Entwicklung der EU voran. Der Europäische Rat legt die
allgemeinen politischen Zielvorstellungen für diese Entwicklung fest".
Der Europäische Rat ist die oberste Entscheidungsinstanz der Union,
in ihm können alle Themen erörtert und beschlossen werden -
denn die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten können
jederzeit die Verträge der EU verändern, wenn sie Einstimmigkeit
erreichen.
oben
Europa von A bis Z
Acquis Communautaire: Das
französische Wort für den sogenannten Besitzstand der Europäischen
Union, den gesamten Bestand an gültigen Verträgen und Rechtsakten.
Beitrittspartnerschaften: 1998 wurden Partnerschaften
zwischen Kandidatenländern und EU geschlossen. Hier sollen Prioritäten
bei der Übernahme des gemeinschaftlichen Besitzstands geregelt werden.
Die Kandidaten erstellen Zeitpläne und Programme. Sie koordinieren
diese mit der Kommission.
Binnenmarkt: Ziel ist die Schaffung eines Raums
ohne Binnengrenzen, in dem die vier Freiheiten gelten: Freier Verkehr
von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Menschen. Der gemeinsame Markt
ist Voraussetzung einer immer engeren Union".
CEFTA: 1992 gegründete zentraleuropäische
Freihandelszone. Zielt auf wirtschaftliche Zusammenarbeit, Abbau von Zöllen
und Schaffung eines gemeinsamen Marktes. Mitglieder sind Polen, Slowenien,
Rumänien, Tschechien, die Slowakei, Ungarn und Bulgarien.
Demokratiedefizit: Der EU wird ein Mangel an Demokratie
vorgeworfen, weil sie nationale Kompetenzen übernimmt, aber nicht
entsprechend demokratisch legitimiert ist. Es gibt keine Regierung der
EU, die aus Wahlen hervorgeht. Das Europäische Parlament ist nicht
mit nationalen Parlamenten wie dem Bundestag zu vergleichen. Durch Reformen
der EU soll das Demokratiedefizit abgebaut werden.
Euro: Seit dem 1. Januar 2002 haben 12 Staaten
der EU eine gemeinsame Währung in der Hand - den Euro. Hiermit ist
eine neue Qualität der gemeinschaftlichen Integration erreicht.
Europäische Parteien: Auch in der EU gibt
es Parteien. Nationale Parteien, die sich ideologisch und programmatisch
ähneln, arbeiten in der EU als transnationale Parteienbünde
zusammen. Schwerpunkt ihrer Arbeit sind die Programme bei der Wahl zum
Europäischen Parlament, die Parlamentsarbeit und Absprachen vor Sitzungen
des Rates der EU.
Europäische Union: Mit dem Vertrag von Maastricht
wurden 1993 die drei so genannten Pfeiler des vereinten Europas unter
das Dach der EU gefügt. Das waren zuvor die Europäischen Gemeinschaften,
die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik sowie die polizeiliche
und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen. Die EU garantiert Freiheit,
Demokratie, Menschenrechte, Grundfreiheiten und Rechtsstaatlichkeit.
Europäische Zentralbank: Die Europäische
Zentralbank kann mit Verordnungen, Entscheidungen, Leitlinien und Maßnahmen
Einfluss auf die europäische Wirtschaft nehmen. Sie bestimmt gemeinsame
Leitzinsen und zielt auf Preisstabilität und Unterstützung der
EU-Wirtschaftspolitik.
Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik:
Die EU wahrt gemeinsam grundlegende außenpolitische Interessen.
Gemeinsam werden Strategien erarbeitet, in internationalen Organisationen
geben die EU-Mitglieder geschlossen ihre Stimmen ab. Mit dem Sonderbeauftragten
Javier Solana gibt es heute einen Ansprechpartner für diesen Politikbereich.
Kohäsionsfonds: Der 1993 eingerichtete Fonds
kommt in der EU den Staaten zugute, die wirtschaftlich deutlich unter
dem EU-Durchschnitt liegen. Mit den Geldern aus diesem Topf werden Umwelt-
und Verkehrspolitik gefördert.
LEADER: Im Rahmen der Strukturfonds zur ländlichen
Entwicklung fördert die EU Landgemeinden in den strukturschwächsten
Regionen der Gemeinschaft. Dabei geht es um ländliche Entwicklung,
Qualifikationen, Tourismus, Unterstützung kleiner innovativer Unternehmen
und Förderung höherwertiger Agrarprodukte.
Nettozahler: Manche Staaten zahlen mehr in die
Budgets, als sie am Ende an Leistungen zurückerhalten. Insbesondere
Agrarländer werden durch den Haushalt der EU begünstigt. Deutschland
ist mit rund 21 Milliarden Euro im Jahr der größte Nettozahler,
profitiert jedoch auch stark vom gemeinsamen Binnenmarkt.
Schengener Abkommen: 1985 in Schengen (Luxemburg)
geschlossenes Abkommen zum schrittweisen Abbau von Kontrollen an Binnengrenzen
der Mitgliedsstaaten.
Strukturfonds: Die Strukturfonds unterstehen der
Verwaltung der Kommission und finanzieren Strukturhilfen im Gemeinschaftsbereich.
Die Mittel fließen überwiegend in ärmere Regionen. Ziel
ist ein stärkerer wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt der
Union.
Vertrag von Amsterdam: Ihre geltende Form erhält
die EU aus dem Vertrag von Amsterdam, mit dem die bisherigen Verträge
vereinheitlicht und überarbeitet wurden. Er wurde 1997 beschlossen
und ist seit Mai 1999 gültig. Der Vertrag erneuert die Grundprinzipien
und zielt nun auf eine gemeinsame Beschäftigungs-, Innen- und Außenpolitik.
Weitergehende Vereinbarungen gab es bei den Gipfeltreffen von Nizza und
Laeken.
Wirtschafts- und Währungsunion: Am 1. Januar
1999 wurden die Wechselkurse zwischen den Teilnehmerstaaten der WWU unwiderruflich
fixiert. Neben der gemeinsamen Währung wird auf eine nachhaltige
Entwicklung der Wirtschaft bei hohem Beschäftigungsniveau gezielt.
Die Wirtschaftspolitik wird nicht mehr in den Nationen allein, sondern
nach gemeinschaftlicher Absprache gemacht.
oben
Web Link Jugend und Europa" heißt eine neue Internetseite
des deutschen Auswärtigen Amtes - unter anderem mit einem Quiz in
Form eines Flipperspiels, mit vielen Tipps und Chat-Möglichkeiten:
www.auswaertiges-amt.de/jugend-und-europa
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